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    <title>PolWiBlog</title>
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    <dc:publisher>gebattmer</dc:publisher>
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    <dc:date>2008-09-07T16:44:10Z</dc:date>
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    <title>PolWiBlog</title>
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  <item rdf:about="http://gebattmer3.twoday.net/stories/5175036/">
    <title>Hotline as Hell</title>
    <link>http://gebattmer3.twoday.net/stories/5175036/</link>
    <description>&lt;br /&gt;
&lt;p class=&quot;autor&quot;&gt;Peter Mühlbauer &lt;span class=&quot;date&quot;&gt;28.06.2008&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Die T-Com gliedert Call Center aus und lobt sich dafür selbst&lt;/h2&gt;

&lt;h3&gt;Früher stellten sich Menschen die Hölle mit brodelnden&lt;br /&gt;
Kochtöpfen und zwickenden Teufeln vor. Seit Kafka wurde dieses&lt;br /&gt;
Bild mehr und mehr von Vorstellungen einer monströsen&lt;br /&gt;
Bürokratie abgelöst. Und spätestens seit dem Ende der&lt;br /&gt;
1990er ist das Angewiesensein auf eine &quot;Servicehotline&quot; eine beliebte&lt;br /&gt;
Vorstellung für ewige Folter.&lt;/h3&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;


&lt;p class=&quot;fliess&quot;&gt;
Die Telefonhotline ist mittlerweile das Hauptsymbol für&lt;br /&gt;
bürokratisches Nichtfunktionieren geworden. In seinem zum&lt;br /&gt;
Klassiker gewordenen Aufsatz &lt;a href=&quot;http://dir.salon.com/story/tech/feature/2004/02/23/no_support/index.html&quot; class=&quot;link&quot;&gt; &quot;We don&apos;t support that&quot;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(1) zeigt der ehemalige Call-Center-Mitarbeiter Kyle Killen&lt;br /&gt;
eindrucksvoll, wie Auslesemechanismen dort so funktionieren, dass nur&lt;br /&gt;
Mitarbeiter erfolgreich sein können, die Kunden nicht wirklich&lt;br /&gt;
helfen. Wer das tut, verbraucht zu viel Zeit und wird erst ermahnt und&lt;br /&gt;
dann entlassen. Die Strategien, die Call-Center-Mitarbeiter erlernen,&lt;br /&gt;
um einen Anruf möglichst schnell abzuwimmeln, reichen von der&lt;br /&gt;
Suggestion, der Kunde sei an dem Problem selbst schuld (Betriebssystem,&lt;br /&gt;
Netzwerkkarte, etc.) über die Behauptung, jemand anders wäre&lt;br /&gt;
&quot;zuständig&quot; (andere T-Tochterfirmen, Lizenznehmer,&lt;br /&gt;
Weiterverkäufer), bis hin zum Vertrösten auf einen&lt;br /&gt;
Rückruf, der dann natürlich nie erfolgt.
&lt;/p&gt; 

&lt;p class=&quot;ul&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28211/28211_1.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; 

&lt;p class=&quot;fliess&quot;&gt;Ironie der Privatisierung: Die bei der staatlichen&lt;br /&gt;
Grauen Post zugänglichen Nummern der Techniker und der vor Ort&lt;br /&gt;
zuständigen Stellen wurden nach der Umwandlung in die Telekom wie&lt;br /&gt;
ein Staatsgeheimnis gehütet. Stattdessen landeten Kunden nun mit&lt;br /&gt;
jedem Anruf bei neuen Hotlinearbeitern, die exakt so arbeiteten wie von&lt;br /&gt;
Kyle Killen beschrieben. Wenn man Pech hatte, dann bescherten sie dem&lt;br /&gt;
Anrufer darüber hinaus noch ungefragt einen ungünstigeren&lt;br /&gt;
Tarif oder unerwünschte Änderungen wie &quot;Rechnung Online&quot;.
&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;


&lt;p class=&quot;fliess&quot;&gt;Call Center haben häufig nichts mit Service oder&lt;br /&gt;
Störungsbeseitigung zu tun, sie sind eher mit Pförtnern,&lt;br /&gt;
Türstehern, Rausschmeißern und Hausierern vergleichbar. Wer&lt;br /&gt;
eine Störung beseitigt haben will, der ist stattdessen wohl&lt;br /&gt;
beraten, sofort zum Einschreiben mit Fristsetzung und Rückschein&lt;br /&gt;
zu greifen  auch im T-Laden überwiegen mittlerweile&lt;br /&gt;
offenbar die &lt;a href=&quot;http://www.heise.de/newsticker/c-t-magazin-tv-Waehlscheibentelefon-mit-DSL-Anschluss--/meldung/110020&quot; class=&quot;link&quot;&gt; Gefahren&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(2) bei weitem eine mögliche Zeitersparnis. Glaubt man&lt;br /&gt;
Einträgen in Foren, dann kommt man - wie früher im&lt;br /&gt;
Ostblock-Klischee - manchmal sogar nur mehr mit persönlichen&lt;br /&gt;
Kontakten zu Technikern weiter.
&lt;/p&gt; 

&lt;p class=&quot;fliess&quot;&gt;
Nach den Überwachungsskandalen der letzten Wochen &lt;a href=&quot;http://www.fuldaerzeitung.de/newsroom/medien/art1985,609011&quot; class=&quot;link&quot;&gt; kündigte&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(3) die Telekom als Gegenmaßnahme nicht etwa eine Säuberung&lt;br /&gt;
im Management an, sondern, dass einfache Mitarbeiter nun weniger Zugang&lt;br /&gt;
zu Kundendaten bekommen sollten. Der wohlbekannte Mehrfachposten-Effekt&lt;br /&gt;
(Call-Center-Mitarbeiter sieht in seiner Maske keinen Auftrag und legt&lt;br /&gt;
deshalb bei jedem Anruf des Kunden einen neuen an) dürfte sich&lt;br /&gt;
dadurch potentiell noch erheblich verstärken, ohne dass den&lt;br /&gt;
Überwachungsgelüsten im Konzern wirklich eine Schranke&lt;br /&gt;
gesetzt wird.
&lt;/p&gt; 

&lt;p class=&quot;fliess&quot;&gt;Bereits vor längerem hatte die&lt;br /&gt;
Telekom-Festnetzsparte T-Com angekündigt, dass das Unternehmen&lt;br /&gt;
mehrere zehntausend Mitarbeiter in eine neue Servicegesellschaft&lt;br /&gt;
&quot;ausgliedern&quot; will. Für die Betroffenen bedeutet das &lt;a href=&quot;http://www.heise.de/newsticker/Bericht-Telekom-will-55-000-Arbeitsplaetze-auslagern--/meldung/85972&quot; class=&quot;link&quot;&gt; weniger Geld und mehr Arbeit&lt;/a&gt; (4)  was sicher ungemein motiviert und noch besser ausgebildete &quot;Fachkräfte&quot; anzieht.
&lt;/p&gt; 

&lt;p class=&quot;fliess&quot;&gt;
In diesem Zusammenhang soll auch die Haupt-Kundenhotline der T-Com, die&lt;br /&gt;
&quot;KT1000&quot;, auf mehrere Partnerfirmen aufgeteilt werden. Einen Teil&lt;br /&gt;
übernimmt dabei die nach den Vorgaben der &lt;a href=&quot;http://www.netzeitung.de/internet/825831.html&quot; class=&quot;link&quot;&gt; Business Software Alliance (BSA)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(5) lizenzierte adm Group, ihrem zweifelhaften Eigenlob zufolge das&lt;br /&gt;
&quot;größte inhabergeführte Call Center Deutschlands&quot;. Die&lt;br /&gt;
adm Group arbeitet unter anderem für &lt;a href=&quot;http://www.verbraucherzentrale-sh.de/UNIQ121456409130777/link324212A&quot; class=&quot;link&quot;&gt; E.on&lt;/a&gt; (6) und &lt;a href=&quot;http://macsico.twoday.net/stories/3088474/&quot; class=&quot;link&quot;&gt; Vattenfall&lt;/a&gt; (7)  beides Unternehmen, die mit Telefonservice nicht gerade ihren Ruf verbesserten.
&lt;/p&gt;  

&lt;p class=&quot;fliess&quot;&gt;
Zusammen mit &lt;a href=&quot;http://www.altitude.com/&quot; class=&quot;link&quot;&gt; Altitude Software&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(8), so die aktuelle Pressemitteilung, entwickelte adm in der&lt;br /&gt;
&quot;Rekordzeit&quot; von sechs Wochen eine &quot;maßgeschneiderte Lösung&quot;&lt;br /&gt;
für die Telekom-Festnetzsparte. Danach hatte die Firma &quot;genau&lt;br /&gt;
1.008 Stunden um die Lösung umzusetzen.&quot; Bei Bau- und&lt;br /&gt;
Softwareaufträgen sollte man bei solchen Geschwindigkeitsrekorden&lt;br /&gt;
eigentlich eher skeptisch werden. Häufig führen sie dazu,&lt;br /&gt;
dass Kosten auf die Nutzer externalisiert werden. Sei es durch undichte&lt;br /&gt;
Dächer oder durch andere Mängel.
&lt;/p&gt; 

&lt;p class=&quot;fliess&quot;&gt;Technisch basiert die Lösung auf der Altitude&lt;br /&gt;
uCI Multimedia Customer Interaction Suite und der&lt;br /&gt;
Kommunikationsplattform vBOx IP. Die T-Com lobt sie als Anwendung die&lt;br /&gt;
bei &quot;geringen Investitionskosten [] erhebliche&lt;br /&gt;
Kostenersparnisse&quot; ermöglicht. Wie damit genau &quot;die Kundenbindung&lt;br /&gt;
[] bei jeder Interaktion [] verbessert&quot; werden soll,&lt;br /&gt;
bleibt jedoch auch nach Rückfrage unklar. Vielleicht hofft man ja,&lt;br /&gt;
so die &lt;a href=&quot;http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22455/1.html&quot; class=&quot;link&quot;&gt; Angst der Kunden vor noch mehr Chaos beim Anbieterwechsel&lt;/a&gt; (9) zu vergrößern. 
&lt;/p&gt; 

&lt;h3&gt;Links&lt;/h3&gt;
&lt;p class=&quot;fliess&quot;&gt;
(1) &lt;a href=&quot;http://dir.salon.com/story/tech/feature/2004/02/23/no_support/index.html&quot;&gt;http://dir.salon.com/story/tech/feature/2004/02/23/no_support/index.html&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(2) &lt;a href=&quot;http://www.heise.de/newsticker/c-t-magazin-tv-Waehlscheibentelefon-mit-DSL-Anschluss--/meldung/110020&quot;&gt;http://www.heise.de/newsticker/c-t-magazin-tv-Waehlscheibentelefon-mit-DSL-Anschluss--/meldung/110020&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(3) &lt;a href=&quot;http://www.fuldaerzeitung.de/newsroom/medien/art1985,609011&quot;&gt;http://www.fuldaerzeitung.de/newsroom/medien/art1985,609011&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(4) &lt;a href=&quot;http://www.heise.de/newsticker/Bericht-Telekom-will-55-000-Arbeitsplaetze-auslagern--/meldung/85972&quot;&gt;http://www.heise.de/newsticker/Bericht-Telekom-will-55-000-Arbeitsplaetze-auslagern--/meldung/85972&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(5) &lt;a href=&quot;http://www.netzeitung.de/internet/825831.html&quot;&gt;http://www.netzeitung.de/internet/825831.html&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(6) &lt;a href=&quot;http://www.verbraucherzentrale-sh.de/UNIQ121456409130777/link324212A&quot;&gt;http://www.verbraucherzentrale-sh.de/UNIQ121456409130777/link324212A&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(7) &lt;a href=&quot;http://macsico.twoday.net/stories/3088474/&quot;&gt;http://macsico.twoday.net/stories/3088474/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(8) &lt;a href=&quot;http://www.altitude.com&quot;&gt;http://www.altitude.com&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(9) &lt;a href=&quot;http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22455/1.html&quot;&gt;http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22455/1.html&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;

&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;fliess&quot;&gt;
&lt;b&gt;Telepolis&lt;/b&gt; Artikel-URL: &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28211/1.html&quot;&gt;http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28211/1.html&lt;/a&gt;
&lt;/p&gt;
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